Fertigstellung der Dachgeschosswohnung

Nach einer intensiven Zeit, die von viel Arbeitseinsatz geprägt war, finde ich nun endlich wieder Zeit, um in Ruhe einen Blogeintrag zu schreiben. Die in den vergangenen Wochen am Bau realisierten Arbeiten werde ich etwas weniger ausführlich in einzelne Unterkapitel gegliedert abhandeln.
Mittlerweile ist die Dachstockwohnung beinahe fertig und bin bereits eingezogen. Die Planung der verschiedenen Einbauten hat meine Wochenenden zusätzlich beansprucht, während ich jeweils am Samstag ebenfalls auf der Baustelle arbeitete.

Trennwände zwischen den Zimmern
Die Trennwände wurden neu gestellt und grenzen einerseits das Badezimmer von den beiden Kammern ab und anderseits geben sie dem oberen Boden zusätzliche Stabilität. Der Aufbau der Wände wurde möglichst schalldämmend konzipiert, sodass Geräusche, die im Bad entstehen, möglichst nicht in den beiden Räumen hörbar sind. In den Zimmern wurden die Wände mit den bestehenden Holzverkleidungen versehen. Diese grenzten früher die Knechtenkammern von der Dachschräge ab. Neu wurden sie an den leicht versetzten Standort verschoben und demnach leicht angepasst und restauriert.

Bodenaufbau im 2. Dachgeschoss
Oberhalb des Badezimmers und der zwei Kammern befindet sich ein zusätzlicher Raum, welcher jedoch nicht durch eine Trennwand vom Wohnraum abgetrennt ist. Die Möglichkeit, später einmal eine Trennwand einzubauen, um ein separates Zimmer zu erhalten, besteht jedoch. So wurden sämtliche Anschlüsse für Elektrisch und Heizung bereits vorgesehen. Damit der zweite Dachboden aber auch als separates Zimmer genutzt werden kann, mussten nicht nur die Anschlüsse für die Haustechnik vorgesehen sondern auch eine Trittschalldämmung eingebaut werden. Der Aufbau wurde wie folgt gemacht: Nachdem – wie im letzten Blogeintrag über die „Holzdecke im Dachgeschoss“ beschrieben – die erste Lage wieder eingebaut worden war, konnte sodann der weitere Aufbau folgen. Die alten Bretter wurden als erstes mit einer Rieselschutzbahn überdeckt, um anschliessend eine Holzrostung zu montieren. Mit der Lattung wurden die schlimmsten Unebenheiten ausgeglichen und deren Zwischenräume anschliessend mit einer Schüttung gefüllt. Danach folgte der Einbau einer Weichfaserplatte, damit der weitere Aufbau schwimmend verlegt werden konnte. Schwimmend heisst Folgendes: Es werden keine Schrauben verwendet und somit auch keine Verbindung zur unteren Lage gemacht. So wird eine Körperschallübertragung minimiert. Auf der Weichfaserplatte wurde eine 26mm 3-Schichtplatte aus Fichtenholz verlegt. Zusammen mit der letzten Schicht, einem 25mm massiven Weisstannenboden mit Nut und Kamm, übernehmen diese auch eine statische Funktion und überbrücken den zum Teil relativ grossen Sprung der darunterliegenden Balken. Der Weisstannenboden wurde direkt auf die 3-Schichtplatte geschraubt, um diese möglichst gut zu verbinden.
Der fertige Boden wurde am Schluss nur noch mit weiss pigmentierter Holzbodenseife behandelt.

Verputz
Nach dem Dämmputz folgte eine Netzeinbettung. Diese verhindert, dass allfällige Risse im Dämmputz auf den Fertigputz übertragen werden können. Anschliessend konnte dann direkt der Fertigputz aufgetragen werden. Hierfür verwendeten wir ein Fertigprodukt der Firma HAGA, den sogenannten Universalspachtel – eine Kalkglätte. Diesem fügten wir aber noch weitere Bestandteile hinzu. Das Fundament des Hauses ist der natürlich gewachsene Sandsteinuntergrund; das Haus wurde sozusagen in den Sandstein gehauen. Aufgrund dessen fiel zur Bauzeit eine grosse menge Aushub (Sand) an. Teile davon wurden beim Bau jeweils wieder verwendet. Wir gehen davon aus, dass auch gewisse Putzarbeiten mit diesem Sand gemacht wurden. Aus diesem Grund verwendeten auch wir diesen Sand wieder in der sichtbaren Oberfläche. Damit die Festigkeit des Putzes gewährleistet ist, mischten wird zudem noch einen Teil Bindemittel bei.

Parkett
Die Entscheidung, einen Bodenbelag aus Holz zu verlegen, benötigte nicht viel Bedenkzeit. Der Boden im Dachstock war seit jeher aus Holz. Früher waren dies massive Riemenbretter, heute nun aufgrund der Brandschutzmassnahmen und des gewählten Heizsystems ein Parkett. Wichtig erschien mir, dass der Boden eine ruhige Maserung hat und in seinem Erscheinen zurückhaltend ist. Aus diesem Grund entschied ich mich für einen astfreien Eichenparkett ohne seitliche Fasen.

Küche
Beim Umbau des Seckelmeisterhauses achten wir durchgehend auf eine ökologische Bauweise, so auch bei der Küche. Der Unterbau ist komplett aus Holz gefertigt und die Schubladen bestehen aus dem Weisstannenholz, welches wir aus dem lokalen Wald bezogen haben. Der Belag der Fronten besteht aus Linoleum und als Abdeckung wurde eine Chromstahlplatte von Suter Inox aus Schinznach-Bad gewählt.

Badezimmer
Zusammen mit der Küche bildet das Badezimmer eines der neuen Elemente im Haus, mit welchen ein gestalterischer Akzent gesetzt werden kann. Der Kontrast zwischen neu und alt sowie eine klare Formensprache erscheinen mir hier besonders wichtig. Die Badewanne und das Lavabo von Villeroy & Boch weisen schlanke Konturen auf und passen somit gut in mein Konzept. Als Wandbelag kam eine Vollkernplatte der Firma Argolite mit Werk in Willisau zum Einsatz. Noch in Bearbeitung ist der Spiegelschrank; dieser wird im selben Material wie die Wände gefertigt. Zwei Spiegeltüren und Glastablare vervollständigen diesen.

Elektrisch und Beleuchtung
Zur stimmungsvollen Atmosphäre gehört ein durchdachtes Beleuchtungskonzept. Mittels LED-Spots, welche auf den Balken des ehemaligen Zwischenbodens montiert wurden, wird die Dachfläche beleuchtet. Somit strahlt indirektes Licht in den Wohnraum und sorgt für ein Grundlicht. Mittels geschalteter Steckdosen können von den Bewohnern zusätzliche Lichtquellen eingesetzt werden. In den Zimmern und im Badezimmer wurden dieselben LED-Spots montiert wie auch im Wohnraum; auch hier gibt es aber zusätzlich geschaltete Steckdosen.
Sämtliche Steckdosen und Schalter wurden in der Farbe schwarz gewählt. Diese passen auf jede Oberfläche und fallen auf dem vom Alter gezeichneten dunklen Holz gar nicht besonders auf.

Absturzsicherungen
Bei der Eingangstreppe, der Galerie sowie bei den Fenstern müssen Absturzsicherungen montiert werden. Zu diesem Zweck werden Schwarzstahlrahmen mit einem Metallnetz bespannt. Ausgeführt werden die Arbeiten von der Schlosserei Küng aus Wohlen. Das Drahtnetz beziehen wir von der Firma Jakob; das Produkt nennt sich Webnet.

Wohnungsabschlusstüre
Diese muss in einem Mehrfamilienhaus (Umbau) immer E oder EI30 sein, d.h der Durchgang muss einen Feuerwiderstand von mindestens 30 Minuten aufweisen. Die Ausführung einer solchen Arbeit ist zertifizierten Betrieben vorbehalten. Für die Dachstockwohnung wurde eine Stahlrahmentüre mit Glasfüllungen gewählt. Auch das Dreieck, welches durch die beiden Treppen entsteht, wurde mit einer solchen Konstruktion ausgefüllt. Ausgeführt hat die Arbeiten die Firma Astorino Metallbau aus Wohlen.

One Comment

  • Ich danke und gratuliere ihnen für den ausführlichen Bericht und die tollen Fotos. Weiterhin ein frohes Schaffen.

    Beste Grüsse aus Bettwil

    Rolf René Veil

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