Das Baugerüst

Zusammen mit dem Zimmermann und Holzbautechniker Silvan Stahel und dem Schreiner Dirk Keller habe ich das Haus mit einem Stangengerüst aus Holz für die Restaurierungsarbeiten eingerüstet. Diese Art von Gerüst kam seit Mitte des 18. Jhr. regelmässig zum Einsatz. In den letzten 50 Jahren wurde es dann nach und nach von moderneren, flexibleren Systemen abgelöst und man sieht es nur noch selten. Die Aufbauart ist simpel: Es werden Holzstangen entlang der Fassade gestellt, an denen man dann die Metallwinkel befestigt. Auf die Metallwinkel kommen dann die Gerüstläden, auf denen man arbeitet. Zur Gewährleistung der Stabilität werden die waagrechten Holzstangen mit Holzbalken oder auch -stangen mittels Kettenspannern untereinander verbunden. Dabei wird über die ganze Länge jede einzelne Stange an dem horizontal liegenden Balken befestigt, der bei dem traufseitig obersten Gerüstlauf zugleich als Handlauf dient. Zur diagonalen Verstrebung werden auf die gleiche Weise jeweils in den Ecken Querverstrebungen angebracht. Somit ist das Gerüst in sich stabil und hält jeder Witterung stand. Damit auch die Arbeitssicherheit gewährleistet ist, werden nun auf jedem Gerüstlauf ein Bordbrett und ein Rückengeländer (Handlauf) befestigt. Über die giebelseitig befestigten Leitern erreicht man schliesslich die einzelnen Gerüstläufe.

Nun kann es also an die Arbeit gehen – in einem ersten Schritt wird der bestehende, defekte Kalkputz abgespitzt, um somit die Vorbereitung für den Neuaufbau der Putzschichten zu machen. Danach werden die Fensterstöcke geprüft und zum Teil ersetzt. Obschon diese vor gut 210 Jahren in massiver Eiche gefertigt wurden, haben sie auf den beiden Wetterseiten etwas gelitten. Sobald die Jahreszeit dann wieder etwas längere und wärmere Tage bringt, wird das Dach gemacht und anschliessend der Fassadenputz sowie die Fensterläden.

05.01.2018 – Wohler Anzeiger

 

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